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Evangelisch-methodistische Kirche Bezirk Bebra-Eisenach

Angedacht

Meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern.

(Lukas 2, 30-31)

  

Simeon hatte ein Wort von Gott gehört: Er solle nicht sterben, bevor er nicht den Messias, den Christus, gesehen habe. Doch dieses Erlebnis lag nun schon längere Zeit zurück. Simeon wartete und wartete, vielleicht Jahr um Jahr. Aber Simeon gab nicht auf. Er wollte noch etwas vom Leben Gottes in dieser Welt sehen und es umarmen. Endlich: Eines Tages hatte Simeon den Eindruck, er solle in den Tempel gehen. So machte er sich auf den Weg. Die Geschichte fährt ebenso nüchtern wie geheimnisvoll fort (V. 27-31): „Als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz, da nahm Simeon ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, dass du bereitet hast vor allen Völkern.“ Simeon erweist sich damit als ein Mensch mit einem besonderen Durch- und Einblick. Ein neugeborenes Kind, das von seinen Eltern in den Tempel gebracht wurde, war in Simeons Augen und in den Worten seines Mundes viel, viel mehr als das. Wo andere nur das Kleine und Unscheinbare sahen, da erkannte der prophetische Seher die Größe und das Heil Gottes für alle Welt und alle Völker. Damit wiederholt sich in gewisser Weise das Wunder von Bethlehem. Über dem unscheinbaren Kind in der Krippe hatten schon die Engel gesungen (Lk 2,11): „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ Wer Gott sucht, der wird ihn in seinem Sohn Jesus Christus finden, damals im Tempel oder in einem Stall – und auch heute mitten in unserem Leben. Dies feiern wir am Christfest.

 

Mit herzlichen Grüßen

Jürgen Stolze

 

 

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