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Evangelisch-methodistische Kirche Bezirk Bebra-Eisenach

Angedacht

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: „Ich habe den Herrn gesehen.“ Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

(Johannes 20, 18)

  

Der auferweckte Christus spricht zu Maria. Und er sagt nur ein Wort: „Maria.“ Er nennt ihren Namen. Er hält keine große Rede. Er macht nicht viele Worte, die ihr die Welt und ihr Leiden erklären. Christus spricht nur ein Wort; und Maria fällt es wie Schuppen von den Augen. Jetzt sieht sie hinter den Gärtner und erkennt, sie erkennt Christus. Mit einem Wort kommt Maria vom Sehen zum Erkennen. Christus spricht die Trauernde an, und sie bekommt eine neue Perspektive. Christus nennt Marias Namen, und sie erkennt, wer vor ihr steht. Als Jesus sie beim Namen nennt, denkt sie nicht einen Moment: Ist das eine Täuschung? Woher kennt der Gärtner meinen Namen? Dass Jesus selbst es ist – wie könnte das sein? Nicht einen Moment stellt Maria solche Fragen, nicht einen Moment stellt sie die neue Wirklichkeit in Frage, bleibt nicht einen Moment bei dem stehen, was menschenmöglich ist, sondern bewegt sich auf das Wunder zu: „Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni!“ Eine kleine Bewegung, ein einziges Wort, eine Wendung hin zum Unmöglichen, das allein neues Leben ermöglicht. Von dieser Gewissheit möchte ich mich anstecken lassen, in all meinem Weinen und meiner Angst, in all meiner Mutlosigkeit und all meinem Suchen möchte durchlässig sein für das Wunder des Lebens. Mit einem Wort wird ihr Leben neu: Maria bekommt einen Auftrag, zu den Jüngern zu gehen und ihnen die Nachricht zu überbringen, das Christus auf-erweckt ist. Mit einem Wort verändert sich Marias Sichtweise der Dinge grundsätzlich. Das leere Grab, das sie bis hierher nur als einen erneuten Verlust gesehen hat, erkennt sie als Zeichen der Auferweckung. In dem Mann, den sie bis hierher für den Gärtner gehalten hat, erkennt sie Christus.

 

Mit herzlichen Grüßen

Jürgen Stolze

 

 

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